
Über mich
Musik begreifen.
Mensch
Jonathan Helbig (*1991) ist Komponist und Musiker.
Seit seinem 8. Lebensjahr spielt er Konzertgitarre. Seine Ausbildung begann bei Olaf Leuschner an der Musikschule Johann Sebastian Bach In Leipzig. Meisterkurse bei Tadashi Sasaki, Thomas Müller-Pering und Hans-Werner Huppertz verfeinerten sein musikalisches Verständnis. Es folgte Gesangsunterricht in Weimar und die Teilnahme an verschiedenen Chorprojekten.
Parallel zu seinem Masterstudium Chemie in Jena lernte er autodidaktisch Klavier. An der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar nahm er Unterricht in Harmonielehre & Gehörbildung bei Ralf Kubicek. Zudem erwarb er ein breites musikalisches Verständnis in den Bereichen Instrumentenkunde, Musikgeschichte, Stimmbildung, Stimmphysiologie und Fachdidaktik. In die Weimarer Jahre fielen zudem die ersten Kompositionsversuche, erwachsen aus notierten Improvisationen am Klavier.
Im Jahr 2021 schloss er sein Promotionsstudium Chemie an der Universität Münster erfolgreich ab. Währenddessen vertiefte er an der Musikhochschule Münster seine Fähigkeiten im Bereich Tonsatz bei Ken Richter und Gehörbildung bei Krystoffer Dreps. In dieser Zeit entstanden weitere Kompositionen sowie der Wunsch, diese erfüllende Tätigkeit zu vertiefen.
Seit Ende 2021 wohnt und arbeitet Jonathan Helbig in Leipzig.
Musik
Warum tonale Musik im 21. Jahrhundert schreiben? Ist dies nicht ein Relikt vergangener Zeiten?
Es gibt mit dem klassischen Tonmaterial eine nahezu unendliche Kombinationsmöglichkeit an Tönen und somit auch mehr als genug Möglichkeiten diese in einer wiedererkennbaren Weise miteinander zu kombinieren; einen eigenen Stil zu schaffen - dies ist die systematische Antwort.
Die ehrliche Antwort ist, meine Musik ist, was aus mir heraus kommt. Die Sprache mit welcher ich mich am einfachsten, genauesten und natürlichsten ausdrücken kann. Damit dies möglich wird braucht es eine musikalische Form und wiedererkennbare Tonsprache.
Musikalische Formen gibt es zahlreich in der Musikgeschichte die von Größeren erdacht und glanzvoll angewendet wurden. Hier muss ich das Rad nicht neu erfinden sondern bediene mich gern dieser Formen.
Die Tonsprache ist es, die meine Musik zu meiner Musik macht. Wohl in der Tradition von Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Liszt und Chopin lebend finde ich stets neue und eigene Wege, sodass das Gehörte sich eindeutig als meine Tonsprache, als authentische Musik erkennen lässt.
Motivation
Musik ist da, um gehört zu werden.
Was nützt einem die größte Musik, wenn man sie nicht mit jemandem teilen kann - sie mit dem Hörer nicht in Resonanz treten kann?
Resonanz kann jedoch nur entstehen, wenn Bekanntes und Erlebtes wieder in Erinnerung gerufen wird. Zudem muss die Art und Weise, das wie, auch stimmen und vertraut sein. Kommt es zur Resonanz zwischen dem Hörer und dem Gehörten entsteht ein aktives Moment. Das aktive Moment kann sich durch Berührung der emotionalen oder gar seelischen Ebene ausdrücken.
Geschieht dies, birgt es die Kraft der Veränderung. Der Hörer ist berührt und nach dem Gehörten nicht mehr im gleichen Zustand wie zuvor. Ohne das aktive Moment jedoch ist Musik bestenfalls ein kühler Genuss.
Die Wirkung des aktiven Moments geht idealerweise über die Grenzen des Konzertsaals hinaus.